Tag 3 nach der Brexit Abstimmung. Mir ist gerade klar geworden, dass ich vielleicht mal meine Gedanken und Sorgen in einen Blog Post packen sollte. Von daher werde ich mal versuchen, das alles irgendwie in Worte zu fassen. Nicht alles wird Sinn machen, schätze ich, und es wird auch ziemlich chaotisch sein. Was allerdings ziemlich genau wiederspiegelt, wie sich für mich das ganze Szenario anfühlt.
Also, am 14. Juni hatte ich mein 3-jähriges Jubiläum. 3 Jahre seit ich mein Leben komplett umgekrempelt habe und von Deutschland in die UK gezogen bin. 3 Jahre, in denen ich felsenfest daran geglaubt habe, dass dies die richtige Entscheidung war. 3 Jahre, in denen ich felsenfest daran geglaubt habe, dass ich in ein Land gezogen bin, in dem ich glücklich leben kann.
Dann kam Donnerstag, 23. Juni. Der Tag des Referendums. Da ich kein UK Bürger bin, sprich ich keinen britischen Pass habe, durfte ich nicht abstimmen. Hätte ich gedurft, hätte ich natürlich dafür gestimmt, dass die UK in der EU bleibt. Den ganzen Tag über gab es keinerlei Anzeichen dafür, was in der folgenden Nacht passieren würde.
Als ich am Freitag gegen 4:30 morgens aufgewacht bin, wollte ich mich nochmal rumdrehen und weiterschlafen, schließlich waren es noch ca. 2 Stunden bis zum gestellten Alarm. Doch dann beschloss ich, mal kurz in die Resultate reinzuschauen, einfach damit ich getrost und beruhigt weiterschlafen kann. Am Freitag war ich seit 4:30 morgens wach. Und ich musste mit ansehen, wie die EU-Befürworter-Seite den Kampf verlor.
Ich würde jetzt nicht gerade behaupten, dass ich eine sonderlich politisch engagierte Person bin, aber ich weiss, die EU zu verlassen ist die falsche Entscheidung. Genauer gesagt, ist die schlimmste Entscheidung, die ein Land fällen könnte. Ich habe nicht erwartet, dass die Pro-EU Seite mit einer riesengroßen Mehrheit gewinnt, aber ich dachte zumindest, dass sie gewinnen würde. Mir war im Leben nicht klar, dass genug Ignoranten und Idioten so einen Einfluss haben könnten. Tja, das hat mich definitiv wachgerüttelt. Ich habe förmlich auf die Resultate gestarrt, bis schließlich die Contra-EU Seite soviele Stimmen hatte, dass es für die Pro Seite nicht mehr möglich war, den Vorsprung wett zu machen.
Meine erste Reaktion? Ich hab geweint. Ja, das hab ich. Und nicht nur eine Träne, ich hab voll und ganz geheult. Aber ich hab mich zusammengerissen und getan, was ich tun musste. Weitermachen und zur Arbeit gehen. Und meine Güte, was für eine Stimmung am Freitag im Büro war. Absolut niemand auf unserer Etage hat das Resultat verstanden. Jeder hatte erwartet, dass Pro-EU gewinnen würde. Zwar knapp, aber dass das zumindest das Resultat sei. Die Stimmung war den ganzen Tag über so ziemlich ein Mix aus Wut, Traurigkeit, Sorge, Frustration und Enttäuschung. Keiner war irgendwie in der Laune zu arbeiten. Und das obwohl es Richtung Monatsende geht, was für uns immer heißt, dass wir super beschäftigt sind, und dennoch konnte sich keiner so wirklich aufraffen. Alle waren zu schockiert. Zutiefst erschüttert. Selbst unser "Nordisches Mittsommer" Frühstück, welches wir am Morgen hatten, wirkte eher mau. Kein übliches fröhliches Feeling. Auf mich hatte alles so den Eindruck als ob niemand überhaupt versuchte, so zu tun als ob er oder sie gut drauf sei. Was irgendwie gut tat, denn es zeigte, dass wir alle doch sehr davon betroffen waren, doch andererseits war es auch etwas beängstigend, denn ich habe noch nie mit so fröhlichen, lebensfrohen Menschen zusammengearbeitet, wie hier bei RSA.
Doch schließlich war der Arbeitstag dann auch mal vorbei. Keinerlei Reaktion von unserem direkten Management oder aber von weiter oben in der Hierarchie zu dem Brexit-Ergebnis. Keine Worte der Beruhigung. Was ich seltsam fand. Aber andererseits schätze ich, wusste keiner so Recht, was man hätte sagen sollen, denn niemand weiß, wie es jetzt weitergehen wird. Und so hat es nicht lange gedauert, dass ich zuhause wieder in Tränen ausgebrochen bin, mehr sogar noch als am Morgen. Den ganzen Tag über hab ich Medienberichte verfolgt, was mich mehr und mehr erschüttert, aber auch wütend gemacht hat. Und so ging es zuhause mit den Fernseh-Berichten natürlich weiter. Mit ansehen zu müssen, wie die Contra-EU anführenden Politiker eine 180 Grad Wende hinsichtlich all ihrer "Versprechen" binnen Stunden nach Bekanntgabe des Resultats hinlegten, machte mich echt sauer.
"Nein, wir haben nie gesagt, dass wir die Gebühren, die an die EU entrichtet werden, an die NHS (hiesige gesetzliche Krankenversicherung und sonstiges öffentliches Gesundheitswesen) geben werden." - Es steht auf der Seite eures gottverdammten Kampagnen-Busses, ihr Arschlöcher!
"Wir haben nie gesagt, dass wir Immigration nach unten schrauben werden, wir wollen nur in etwa kontrollieren können, wen wir reinlassen." - Ja, und wie habt ihr so viele Stimmen gewonnen? Indem ihr allen glorreich verkauft habt, dass ihr euch der Immigranten-Situation annehmen werdet und UK Leute ihre Jobs und auch ihre Kindergartenplätze wieder kriegen werden.
Aber was mich noch mehr rasend macht, sind die Kommentare von Contra-Wählern, die jetzt behaupten, ihnen war nie klar, dass die Märkte und der Pfund so ins Bodenlose stürzen würden. Dass sie eigentlich gar nicht die EU verlassen wollen, dass sie dachten, ihre Stimme würde ja eh nicht zählen und einen Unterschied machen. Und die krasseste Aussage: dass sie nie so klare Aussagen erhalten haben, was eigentlich passieren wird, sollte Brexit gewählt werden. Das alles zeigt für mich ganz eindeutig, wie die Contra Seite gewinnen konnte. Sie haben schlichtweg mit der Angst der Wähler gespielt, während sie munter die Pro Seite bezichtigt haben, dass sie Panikmache betreiben würden. Sie wussten, dass die Wähler sich nicht selber weiter bilden werden zum Contra-Thema, entsprechend haben sie sie mit passenden Lügen und Versprechen gefüttert, die aufzeigten, wie besser UK doch außerhalb der EU dran wäre. Und jetzt muss man sich nur anschauen, wieviele Contra-Wähler auf einmal zurückrudern und fragen, ob sie ihre Meinung nochmal ändern können.
Eine weitere Sache, Nigel das-größte-Arschloch-von-allen Farage meinte, wenn das Result 52-48 ausgeht, sei die Sache noch lange nicht ausgestanden und ein zweites Referendum wird gefordert werden. Natürlich dachte er da, dass dies das Ergebnis zugunsten Pro-EU sei. Tja, und jetzt haben wir es, aber für Contra-EU. Was nun? Die UK ist gespalten, es gibt keine klare Entscheidung der Wähler. Mathematisch gesehen, ja, denn mehr als 50% sind eine Mehrheit, aber es ist mir völlig unverständlich, wie so eine monumentale Entscheidung in die Hände völlig planloser Leute gegeben werden kann. Und nicht zuletzt, wie man nicht einführen kann, dass es mindestens eine 60% Mehrheit sein muss, ich persönlich würde ja sogar zwei Drittel Mehrheit verlangen.
Wenn das die finale Zahl gewesen wäre, 66% sagen, sie sollen die EU verlassen, dann könnte ich das Ergebnis denke ich als eine klare Aussage akzeptieren. Aber das war wir hier jetzt haben? Die UK hat sich in den Graben gefahren. Schottland und Nordirland wollen in der EU bleiben, Wales (mein Herz ist hier auch echt gebrochen) und England wollen raus. Schottland wird nun sehr wahrscheinlich ein weiteres Unabhängigkeits-Referendum anstreben, und dieses Mal bin ich mir recht sicher, wird es durchgehen. Wenn das der Fall sein sollte, wird Schottland woh alles tun, damit es in der EU bleiben kann. Anscheinend hat Brüssel ja schon an Nicola Sturgeon (die Anführerin der SNP, der Hauptpartei Schottlands) signalisiert, dass man offen sei für Gespräche, wie Schottland in der EU bleiben kann. Nordirland dreht total ab und versucht sich darüber klar zu werden, ob man sich nicht vielleicht doch wieder mit Irland vereinigen sollte, ein Land, welches Teil der EU ist. Aufruhr und nirgends ist auch nur ein Hauch von Klarheit in Sicht.
David Cameron hat seinen Rücktritt verkündet binnen einer Stunde nach Bekanntgabe des Endergebnisses der Abstimmung. Heute Morgen habe ich etwas doch recht interessantes gelesen, und ich möchte versuchen, es hier wiederzugeben. Effektiv ist das Referendum nicht bindend. Damit die UK wirklich die EU verlässt, muss die Regierung das nun beschließen und Artikel 50 in Kraft setzen, einen Artikel aus dem EU-Mitgliedschafts-Vertrag, welcher in gewissem Rahmen damit zu tun hat, wenn ein Land aus der EU austreten möchte. Die Sache ist jedoch die, hier will nun keiner Artikel 50 anfassen. Cameron hat möglicherweise einen letzten genialen Schachzug gemacht mit seinem Rücktritt, denn er wollte die EU ja nie verlassen. Und ich hege die Hoffnung, dass er sieht, dass es keine klare Mehrheit war, nicht zuletzt die nunmehr steigende Entrüstung der Contra-Wähler, welcher erkennen, was sie eigentlich getan haben und nun richtig Angst bekommen. Wie auch immer, Cameron wird also Artikel 50 nicht in Kraft setzen. Und die Contra-Anführer haben bereits klar gesagt "Es ist keinerlei Eile geboten mit Artikel 50. Wir sollten jetzt erst mal ein paar informelle Gespräche führen." Ja, was denn nun? Wolltet ihr nicht auf Teufel komm raus die EU verlassen? Interessant, dass ihr auf einmal auf die Bremse tretet. Denn sie wissen, wenn Artikel 50 in Kraft gesetzt wird, dann läuft ein 2-Jahres-Countdown und am Ende ist die UK aus der EU draußen.
Aber die alles entscheidende Frage ist natürlich: Was jetzt?
Keiner weiß es. Deutschland und Frankreich drängen nun darauf, mit den Verhandlungen zu beginnen und den "Rausschmiss" zu starten (der Begriff des "Rausschmisses" ist mir gerade erst beim Schreiben eingefallen, aber ich find ihn irgendwie passend). Barack Obama hat bereits gesagt, dass es natürlich geplant ist, Verhandlungen mit der UK aufzunehmen hinsichtlich Handelsabkommen etc, aber dass dies am Ende einer sehr langen to-do Liste ist. Denn für die USA ist natürlich so ein Riesen-Block an Staaten wie die EU bedeutend mehr von Interesse, da man hier viele Fliegen mit einer Klappe schlagen kann, im Vergleich zu so einem kleinen Inselaffen-Staat, der wahrscheinlich dachte, mit dieser Abstimmung erreichen zu können, dass wieder Pfade gebaut werden, die zum alten Ruhm des Britischen Imperiums führen. Tja, war sich nix. Im Gegenteil, es wurden nicht Pfade geschaffen, sondern Pfade zerstört. Ihr habt so viele Möglichkeiten für eure eigenen Kinder und Enkel vernichtet, denn wenn die UK wirklich aus der EU austritt, gehen solche Sachen wie das Erasmus-Programm flöten, oder das generelle Recht darauf in jedem der 28 EU Länder leben und arbeiten zu können.
Wenn ich darüber so nachdenke, dass ich nur ein Land verloren habe, wenn auch mein Lieblingsland, und wie sehr mich das gerade fertig macht, dann möchte ich nicht wissen, wie es für die Leute hierzulande sein muss, die ins Ausland gehen wollten. Klar, sie können das noch immer, aber es wird bedeutend schwieriger werden.
Und zu guter Letzt, sollte die UK wirklich wirklich beschließen, aus der EU auszutreten, dann habe ich die allergrößten Befürchtungen hinsichtlich der USA-Präsidentschaftswahlen im November. Für mich ist es nach dem Referendum kein Ding der Unmöglichkeit mehr, dass Drumpf gewinnen könnte. Im Gegenteil, nachdem sich gezeigt hat, wie idiotisch die UK sein kann, befürchte ich, die USA werden keinen Deut besser sein.
Hinsichtlich des Referendums kann ich persönlich glaub ich grad erst mal nur die Füße still halten und ein Auge drauf werfen, was nun so passieren wird. Natürlich klammere ich mich an die minimale Hoffnung, dass der Brexit nun doch nicht passieren wird, aber diese Hoffnung ist wirklich mehr als klein. Werde ich in der UK bleiben? So sehr es mich auch schmerzt, dies nun zu sagen, aber ich weiß es nicht mehr. Die Zukunft, die ich angefangen habe, mir hier aufzubauen, in die ich so felsenfest geglaubt habe, wurde buchstäblich über Nacht massivst durchgeschüttelt. Klar, ich fälle jetzt keine Entscheidungen, aber im Laufe der Zeit, werde ich so manches wohl re-evaluieren müssen, schätze ich. Immerhin weiß ich, egal wie ich mich entscheiden werde, ich kann alles erreichen, solange ich mich voll und ganz dahinter klemme. Vor drei Jahren habe ich mein Leben auf den Kopf gestellt, wenn es nötig ist, kann ich das auch wieder tun.
Day 3 after the Brexit vote. I just realised that maybe I should put all my thoughts and worries into a blog post. So bear with me while I try to put it all together. Not all will make sense, I guess, and it may be quite chaotic. Which certainly mirrors how this whole scenario feels like to me.
So, I've just had my 3 year anniversary on 14th of June. 3 years since I uprooted my entire life and moved from Germany to the UK. 3 years of firmly believing that it was the right choice. 3 years of firmly believing I have moved to a country in which I can live happily.
Then came Thursday, 23rd of June. Referendum day. As I am not a UK citizen, aka don't have a British passport, I wasn't allowed to vote. If I had been allowed to vote, of course it would have been for the Remain side. All day there was no indication as to what would happen over night.
When I woke up on Friday at around 4:30 am I wanted to turn around and sleep some more, after all the alarm wouldn't have gone off for another 2 hours. Then I decided to just quickly have a look at the results which have come in so far, so that I could sleep soundly. I had been awake on Friday since 4:30 am. And I watched the losing battle of the Remain campaign while the votes were still being counted.
I wouldn't call myself a very politically engaged person, but I knew that leaving the EU would be the wrong choice. More like, the worst choice a country could make. I didn't expect for Remain to win with a landslide, but I certainly thought that would be the outcome. I didn't consider the possibility that enough ignorants and idiots would actually be able to make a difference. Well, that was certainly a wakeup call for me. I kept staring at the results and while eight counties were still counting, the Leave voters had reached a number that was impossible to be overtaken by Remain.
My first reaction? I cried. Yes, I did. And not just a tear, I full on cried. But I got my shit together and did what I had to do. Carry on and go to work. And boy, what a mood in the office. Nobody on our Sales floor could understand the outcome. Everybody had expected for Remain to win. Marginally, but that was the expected outcome. The mood in general throughout the day was a mix of anger, sadness, worry, frustration, disappointment. Nobody really felt like working. And given month end is nearing, which means very busy times for us, it was like nobody could really give a damn. Everybody was too shocked. Shellshocked almost. Even the "Nordic Midsummer" breakfast which took place in the morning felt rather gloomy. None of the usual cheerfulness. To me it felt like people weren't even trying to make it look like they were having fun. Which in a way was good, because it showed that we all were equally affected by this, but it was also really scary, because I've never worked with a happier, more cheerful bunch than my colleagues at RSA.
Eventually the work day was over, no comments from management or even higher up the "food chain" about the result. No words of reassurance. Which I found weird. But then again, I guess, they didn't really know what to say because nobody knows what will happen next. And so when I got home, it didn't take long until I cried again, even more than in the morning. The news I had followed throughout the day had just been too devastating, and infuriating. And it certainly continued like that with the broadcasts when I was at home. To see the Leave campaign politicians do a 180 degree flip on all their "promises" mere hours after the result was official made me furious.
"No, we never said we'd give the EU membership money to the NHS." - It's on the side of your fucking campaign bus, you assholes!
"We never said we'd bring immigration down, we merely want to roughly control who's coming in." - How did they win so many votes? Cos they said they'd take care of the immigration situation which would give UK people their jobs and nursery spots back.
But what infuriates me even more is to see comments from Leave voters who are suddenly claiming, they didn't realise the markets and Pound would crash. That they didn't really want to leave, they thought their vote wouldn't matter, and that they never were given such straightforward information about what would happen, now that it's actually happening. Which goes to show how the Leave campaign won. They played with fears. They knew people wouldn't educate themselves, so they fed them with their convenient lies and promises of a better UK away from the EU. And the amount of Leave voters who have already backpedalled and asked whether they can change their mind.
Also, another thing. Nigel biggest-asshole-of-them-all Farage said, if the result is 52-48, this is far from being done and he will call for a second referendum. Of course he thought that would be the outcome for Remain. Well, it was the result, but for Leave. What now? The UK is divided, there is no clear vote. Mathematically speaking, yes, if it's more than 50%, it is a majority, but it is beyond me how a monumental decision like this could even be put into the hands of uneducated people in the first place, not to mention why there was no requirement for a majority to be at least 60%, or personally I think it would need to be two thirds even.
If those had been the final numbers, with like 66% of people wanting to leave, then I suppose I could accept it as a clear vote. But this what we have here now? It's deadlock. Scotland and Northern Ireland wanted to remain, Wales (much to my heartbreak) and England wanted to leave. Scotland is likely to call for another Independence referendum, and I have the feeling this time it will be successful. If it is, they surely will do what they can to remain in the EU. Apparently Brussels has already signaled to Nicola Sturgeon (the leader of the SNP, the leading party in Scotland) that they are open to those discussions to keep Scotland in the EU. Northern Ireland is completely going crazy, trying to figure out whether they shouldn't try for unification with Ireland again, which is a country that is part of the EU. Turmoil and no clarity anywhere to be seen.
David Cameron resigned within an hour after all votes had been in. Earlier today I read something that was really interesting, so I'll try to recap it here. Basically, the referendum is not binding. In order for the UK to leave the EU, the government needs to decide on this action and invoke Article 50, which I think is from some kind of EU membership treaty and deals to some degree with a country wanting to leave the EU. Thing is though, nobody here is touching Article 50. Cameron quite possibly made a brilliant move by resigning, because he never wanted for the UK to leave the EU. And I think he sees that it wasn't a clear vote, not to mention the huge disappointment from a lot of Leave voters, who are now actually getting really scared now that they see what they have done. But anyway, so Cameron won't invoke Article 50. And the Leave campaign leaders have clearly said "There is no rush to start with Article 50. Let's have some informal discussions first." Well, you were so hellbent on getting the UK out of the EU, interesting that you suddenly slam the brakes. Because once Article 50 is called upon, it starts a 2 year clock, and at the end, the UK is out of the EU.
But of course, the main question is: What now?
Nobody knows. Germany and France are now pushing to start negotiations and to start the "eviction" (yeah, I think that's a more fitting term, one that just popped into my head while writing). Barack Obama has already said that while negotiations about treaties and trading will happen the UK, it is pretty much at the very end of a long to do list. Because for the US a bloc like the EU is a lot more interesting to trade with, than a lonesome bunch of island idiots, who probably thought with this vote they'd start building their paths back to the former glory of the British Empire. Well guess what, you didn't. In fact, you didn't build paths, you destroyed them. You destroyed a lot of possibilities for your own children and grand children who, if UK truly leaves the EU no longer have the chances like the Erasmus programme, or in general to live and work in any of the current 28 countries that are a member of the EU.
To think that I have lost one country, even though my favourite, and how much it devastates me, I don't even wanna know what it must be like for the people from here who were planning on going abroad. Of course they still can, but it is going to be a lot more complicated now.
And last but not least, if UK does the impossible and votes to leave, then I have great fears for the US and the elections in November. Now I no longer consider it impossible that Drumpf could win, in fact, after this idiocy that has unfolded over the UK, I fear the US will make an equally dumb move.
Personally, for now I guess all I can do is keep an eye on what is happening. Of course I'm still clinging to this little hope that maybe the Brexit won't happen after all, but it is a very small hope. Will I stay in the UK? It pains me to say that I no longer know. The future I had started to build myself here, that I had so strongly believed in, got shaken very badly literally over night. Of course I'm not making any decisions at this point, but over the course of time I will have to re-evaluate a lot of things, I guess. I know, whatever I decide, I can do it as long as I clearly put my mind to it. I've uprooted my life three years ago, if need be, I can do it again.

Da wir dich kennen, haben wir uns in etwa ausgemalt, wie du dich fühlst. Tröstliches und aufmunterndes ist da im Augenblick wenig zu sagen - nur, egal was kommt, wir werden zu dir stehen.
ReplyDeleteLiebe Grüße
Mama & Papa